Q8 am Hafen wird abgerissen

Juni 30, 2009

von Fabian

Das am 13.6.2009 besetzte Gebäude am Hafen wird ab heute abgerissen. Die BesetzerInnen wollten dort im so genannten Q8 in den letzten Tagen ein autonomes Soziales Zentrum aufbauen. Die Stadtwerke sahen sich aber nun zu einem Abriss der Gebäude gezwungen, weil angeblich baurechtliche Vorschriften gegen das Q8 gesprochen hätten.

Man darf sich aber mal fragen, welche Vorschriften das wohl waren. Zwar steht ein Gefahrgutlager in der Nachbarschaft des Q8, aber die Entfernung zu dem Lager ist in etwa mit der Entfernung zwischen Heaven und Lager vergleichbar. Auch hat es niemanden gestört, als vom 13.6.2009 – 15.6.2009 mehrere tausend Menschen beim jährlichen Hafenfest fast direkt vor der Lagerhalle standen. Die Vorschriften scheinen in dieser Stadt also durchaus flexibel interpretierbar zu sein.

Gerade zu unverständlich wird die Maßnahme der Stadtwerke, wenn man bedenkt, dass sie für das Gebäude und das Grundstück in der nächsten Zeit gar keine Verwendung haben. Das Gebäude sollte eigentlich mindestens die nächsten zwei Jahre nicht vermietet oder anderweitig genutzt werden. Ein Soziales Zentrum hätte den Stadtwerken also nicht wehgetan, sondern für diesen Zeitraum eine echte Bereicherung für den Hafen und die gesamte Stadt darstellen können.

Apropos Hafen: Der versprochene „Kreativkai“ hat sich ja wohl zu einem absoluten Albtraum entwickelt. Statt Künstler und Freigeister sieht man dort tagsüber fast nur Anzug- und Aktenkofferträger. Und abends wird mal abgesehen vom Hot Jazz Club die Kultur in der Regel sehr einseitig auf Trinkkultur beschränkt. Sieht so ein Quartier aus, welches offen für alle Menschen sein soll? Das Q8 hätte den Hafen bunter und tatsächlich kreativer gemacht. Es hätte Freiräume für eine alternative Szene geschaffen. Doch die Chance wurde nun vertan.

Dass die Stadtwerke für solche Argumente nicht empfänglich waren, wundert mich nicht. Schließlich macht das Unternehmen häufiger mit anti-ökologischen und anti-demokratischen Nachrichten auf sich aufmerksam. Die BesetzerInnen wussten also, dass sie es nicht mit Mutter Theresa zu tun hatten.

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